B like Berlin bei Facebook
B like Berlin bei Twitter
B like Berlin RSS-feed

20.01.2016 18:01 Age: 126 days
Category: Events, News

Kunst der Vorzeit - Felsbilder aus der Sammlung Frobenius

Kopierte Felsbilder auf Leinwand als beeinflussende Kunstform im Martin-Gropius-Bau vom 21. Januar bis 16. Mai 2016


Elantilopen und sehr langgliedriger Mensch - c:Frobenius-Institut FFM

Elantilopen und sehr langgliedriger Mensch - c:Frobenius-Institut FFM

Stehender weiblicher Wisent - c:Frobenius-Institut FFM

Stehender weiblicher Wisent - c:Frobenius-Institut FFM

Felsbilder stehen im Fokus der Archäologen und werden von ihnen gedeutet. Leo Frobenius liess Felsbilder von jungen Kunststudentinnen aus gutem Haus, die meisten aus Frankfurt/Main kopieren, woraus Kunstwerke entstanden, die berühmte Künstler des beginnenden 20. Jahrhunderts beeinflussten, wie Miro, Klee oder Franz Marx. 

erste Felsbilder - Parietalkunst

wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in Afrika entdeckt, Leo Frobenius unternahm selbst insgesamt 12 Expeditionen zu Felsbildern beginnend in Afrika. Nach ersten Erkundungen engagierte er junge Damen der gehobenen Gesellschaft Frankfurts, die die Felsbilder auf Leinwand kopieren sollten. Die Herausforderung bestand darin ein 3D Objekt möglichst detailgenau auf Leinwand 2D zu bannen. Es entstanden unglaublich starke Kunstwerke, die von Archäologen eher misstrauisch beäugt werden. 

Heute sind viele dieser Kopien die einzigen Zeugen inzwischen untergegangener Felsbilder in aller Welt. Fotografische Abbildungen wäre zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund der fehlenden Farbfotografie und schwierigen Lichtbedingungen noch nicht möglich. 

Leo Frobenius

ist der Enkel von Hermann Bodinius, dem Zoodirektor des Berliner Zoos. Er verließ das Gymnasium ohne Abschluss und machte eine Kaufmannslehre. Als Autodidakt wurde er zum Völkerkundler mit besonderem Augenmerk auf Afrika. 

Seine umfassende Sammlung afrikanischer Kunst und rund 4.000 Felsbilder aus seinen Expeditionen fasste er in einem Verein der Sammlung Frobenius zusammen. Er liess seine Arbeit und seinen Verein vom Kaiser, der Weimarer Republik und später den National Sozialisten finanzieren. 

Sammlung Frobenius

Die Felsbilder, tausende von Fotografien, Afrikanische Töpfe und rund 4.000 Felsbilder im Format von bis zu 10 Metern x 3 Meter wurden in einem Mietshaus im Westend Frankfurts verwahrt. Vor und 20 Jahren wurden die Sammlungsstücke gesichtet und die Felsbilder landeten dabei "beinahe" auf dem Müll. Nach Recherchen durch die Leitung der Sammlung Frobenius wurde klar, dass diese Bilder bereits in den Hauptstädten Europas vor dem 2. Weltkrieg und im MoMa in New York ausgestellt wurden und man entschied sich zur Aufbewahrung. 

Ausstellung

Kunst der Vorzeit im Martin-Gropius-Bau vom 21. Januar  bis zum 16. Mai 2016
täglich von 10 - 19 Uhr von Mittwoch bis Montag, dienstags geschlossen

Eintritt

€ 10 / ermäßigt € 6, Eintritt bis 16 Jahre frei

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin-Kreuzberg


B like Berlin FotoArt